Das Unternehmen gab am Mittwoch bekannt, dass seine weltweiten Verkäufe im ersten Quartal im Vergleich zum Vorjahr um 13 % gesunken sind: Im Quartal wurden fast 337.000 Autos ausgeliefert, verglichen mit 387.000 in den ersten drei Monaten des Jahres 2024. Dies ist ein regelrechter Einbruch, der trotz hoher Rabatte, zinsloser Finanzierungen und anderer Anreize eingetreten ist, vermutlich aufgrund einer Kombination von Faktoren, darunter das Alter der Modelle und die zunehmende Konkurrenz durch Rivalen in Europa und China.
Der Rückgang der Verkaufszahlen spiegelt jedoch vor allem die Ablehnung von Elon Musks Rolle durch die Verbraucher wider. Der Tesla-CEO hat unter der Trump-Administration in den USA Bundesarbeitsplätze abgebaut und unterstützt in Europa rechtsextreme Parteien – während Käufer von Elektrofahrzeugen in den meisten Ländern politisch eher links stehen. Die Marke, die einst ein Symbol für Elektromobilität war und bis vor wenigen Monaten noch als Inbegriff von Innovation, Entwicklung und Umweltbewusstsein galt (zumindest in ihrer Selbstdarstellung), ist für viele Besitzer inzwischen ein Grund zur Scham geworden. Sie fühlen sich unwohl dabei, ein Unternehmen zu unterstützen, das seiner Meinung nach seine Verpflichtung für eine bessere Zukunft des Verkehrssektors verraten hat. Zudem glauben sie, dass Musk die demokratischen Prinzipien aufgegeben hat.
Sowohl in den USA als auch in vielen europäischen Ländern gab es Proteste vor Tesla-Geschäften, und Tesla-Fahrzeuge wurden oft Ziel von Vandalismus – als Ausdruck des wachsenden Zorns gegen Musk. Der 13-prozentige Rückgang der Verkäufe ist zudem eine Warnung, dass die Quartalsgewinne des Unternehmens, die am Monatsende veröffentlicht werden sollen, die Investoren stark enttäuschen könnten. Der Aktienkurs von Tesla, der bereits mehr als 40 % unter seinen Höchstständen vom Dezember liegt, fiel am Mittwoch im frühen Handel um fast 5 %.
Unterdessen ist der chinesische Hersteller BYD bereit, Tesla in diesem Jahr erstmals als weltweit größten Verkäufer von Elektrofahrzeugen abzulösen, mit einem Marktanteil von 15,7 % gegenüber 15,3 % für Tesla. Vor diesem Hintergrund klingen Donald Trumps Worte weniger überraschend: Auf eine Frage zu Musk antwortete er gestern, dass der Unternehmer, unter dem Druck seiner geschäftlichen Verantwortung, bald zu seinen Unternehmen zurückkehren und das Weiße Haus verlassen könnte. Ob Musk auch seine Unterstützung für die extreme Rechte aufgeben und die Nazi-Grüße vergessen wird, bleibt abzuwarten.